Veränderung 16.06.2014

— Original-Beitrag vom 16.06.2014 —

Veränderung. Alles verändert sich.

Ich habe nun wieder eine Freundin.
Eine Fernbeziehung von 8 Stunden Busfahrt. Wir haben uns per Zufall kennengelernt – wer hat das nicht? – und viel geschrieben. Und noch mehr. Und noch mehr. Und viel unterhalten. Telefoniert, jeden Tag – das zusammenkommen war irgendwann nur noch obligatorisch.
Doch die Entfernung ist tödlich. Man kann sich nicht oft sehen und wenn ist es mit Geld und viel Aufwand verbunden. Noch haben wir uns erst ein Mal gesehen; ich war bei ihr – sie kommt mich in ein paar Tagen besuchen – und schon tötet uns die Entfernung. Sie kommt damit noch weniger klar als ich, da ich kein Problem habe am Telefon nichts zu reden; sie schon. Das muss unglaublich anstrengend sein, und ich weiß nicht was ich tun soll. Sie stellt in Phasen dann die Beziehung in Frage. Und ich habe Angst, dass sie irgendwann diese Emotion aus einer Phase herausschleppt. Und tun kann ich dennoch nichts. Ich kann nicht einfach so reden!

Ich bin nun bei einem Therapeuten.
Ein Mal alle zwei Wochen eine halbe Stunde. Mehr ist nicht drin – und mehr brauchts auch nicht, meiner Meinung nach, denn ich habe kaum das Gefühl dass sich groß etwas dadurch tut. Es ist vielleicht ganz nett, reden zu können, aber das kann ich auch so; das war noch nie ein Problem für mich. Dafür brauche ich keinen Therapeuten, der eine Stunde entfernt ist. Sollte ich die Sitzungen aussetzen? Er ist schon ein guter Therapeut – aber viel mehr als mich auf meine Gefühle hinzuweisen tut er auch nicht. Ich habe ihm schon ein paar Augenblicke der Klarheit zu verdanken, aber kann da überhaupt noch mehr kommen?

Ich nehme regelmäßig Medikamente.
Abilify, 10mg. Eine neue Amidroge zur Behandlung von Schizophrenie und bipolaren Störungen. Und das, während meine Diagnose “narzisstische Borderline-Störung” ist – aber es hilft. Es beruhigt den Kopf, verringert das Neuronenfeuer und stärkt die haut – ich stürze bei weitem nicht mehr so schnell und oft ab. Bei dieser Medikation bleibe ich vorerst.
Dazu kommt Atosil 50mg als Notfallmedi und zum schlafen. Doch das hilft nicht mehr so gut – ich brauche etwas neues. Ich habe wieder Einschlafstörungen.
Bei alldem, was neu ist, ist diese eine bekannte Sache vielleicht gar nicht so schlecht.

Ich denke nicht mehr so viel an den Tod. Ich habe nicht mehr so viele Zwangsgedanken. Tödliche Themen sind nicht mehr so tödlich. Nur noch manchmal – ich redete neulich mit einer bekannten über Schul-Schießereien, das hat doch einiges hochgeholt über meine beschissene Mobbing-Kindheit. Ich wollte es ihnen jahrelang zeigen; Schulamokläufer waren meine Helden – das, oder ich wollte mich umbringen, um zu zeigen dass es so nicht geht und anderen in meiner Position zu helfen, damit die dann besser behandelt werden.
Das will ich schon länger nicht mehr. Nicht, weil es mir besser geht, sondern weil ich nicht mehr glaube, dass es irgendwem helfen würde. Wenn ich lese, man hätte dort auf unschuldige Geschossen, frage ich mich, wer bei Mobbing denn bitte unschuldig sein soll.
Niemand ist unschuldig.

Aber ich habe wieder Hoffnung, dass es besser werden kann.

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